Wie RITZ-Cracker erfolgreiches Content Marketing betreibt

RITZ-Cracker

 

Klassische Werbung funktioniert nicht mehr. Egal ob Online, Print oder TV überall wird der Konsument durch Werbung erdrückt. Machen Sie sich bewusst, dass wir in einer Zeit leben in der die Konsumenten Werbung als störend und lästig empfinden und das zu Recht. Klassische Werbung zeichnet sich vor allem durch Selbstbeweihräucherung aus, der Konsument erhält keinen Mehrwert. Die stumpfe Aufforderung zum Kauf reicht heute nicht mehr aus, um Konsumenten langfristig an das eigene Unternehmen binden zu können.

Wie soll man als Unternehmen nun auf diese Entwicklung reagieren?  Zu aller erst müssen Sie herausfinden, welche Interessen Ihre Zielgruppen haben. Überlegen Sie sich ein Themenspektrum, das zu Ihrem Unternehmen passt und beginnen Sie mit der Erstellung von exklusivem Inhalt. Der Cracker-Hersteller RITZ aus den USA betreibt beispielsweise eine Plattform, auf der unterschiedlichste Käsesorten getestet und bewertet werden.

 

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Dort erfährt der Konsument zudem, welche Käsesorten zu welchen Getränken passen oder wie der Käse am besten serviert werden sollte. Wie praktisch, dass Cracker oft auf Käseplatten zum Einsatz kommen. Das Unternehmen hat ein naheliegendes Thema gefunden und für sich genutzt. Die Webseite ist an das Corporate Design des Unternehmens angepasst und im Header ist das Unternehmenslogo prominent platziert. Trotzdem wird nirgends für die Cracker geworben. Der Konsument wird informiert, beraten und unterhalten. Content-Marketing ist viel effektiver aber auch viel aufwendiger als jede Anzeige. Ihrer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Ich bin sicher, Sie werden ein Thema finden, dass zu Ihrem Unternehmen passt. Mit Content Marketing können Sie auf jeden Fall bei Ihrer Zielgruppe punkten.

YouTube: Die Erfolgsgeschichte von Horst Lüning

Mit erwartungsfrohem Blick senkt sich seine Nase in das Tastingglas. Dieses Mal sind es malzige und Zitrusfruchtartige Noten, die er wahrnimmt. Danach eine kurze Anekdote zur Herstellungsweise und warum dieser Whisky gerade genau diese Geruchsnoten besitzt. Der Zuschauer fiebert der Geschmacksprüfung entgegen und wird ungeduldig. Endlich der erste Schluck. Seine Augen schließen sich, er riecht nochmal, wippt im Stuhl hin und her und dann das erste Fazit. „Perfekt. Rund. Malzig. Fruchtig“. Er nimmt einen zweiten Schluck, dann einen dritten. Der erfahrene Zuschauer weiß spätestens jetzt. Dieser Whisky ist ein ganz großer.

Horst Lüning in seinem Element.
Horst Lüning in seinem Element.

Deutschsprachige Whiskygenießer kommen an Horst Lüning nicht vorbei. Der diplomierte Luft- und Raumfahrttechniker produziert nun schon seit fast 7 Jahren eine der bekanntesten Whisky-Tasting-Reihen auf YouTube. Mit 14.000 Abonnenten und ca. 10 Millionen Videoaufrufen hat er etwas geschafft, wovon viele E-Commerce Betreiber nur träumen: Loyale Kunden und eine lebhafte Community.

Doch wie erklärt sich sein Erfolg? Schon Ende 2007 veröffentlichte Horst Lüning das erste Tastingvideo. Ziemlich früh erkannte er das Potential von YouTube als Absatzkanal. Hauptargument ist jedoch ein anderes. Er bietet den Kunden einen Service, der mit Geld nicht zu bezahlen ist. Orientierung und Beratung. Es gibt unzählige Whiskysorten mit teils sehr großen geschmacklichen unterschieden. Anstatt die Produkte wie viele andere einfach nur mit Bildern und Worten zu beschreiben macht er sie erlebbar. An seiner Mimik und Gestik kann der Kunde ablesen ob ein Whisky gut oder herausragend ist. Der Skeptiker könnte einwerfen: Geschmack ist subjektiv doch Herr Lüning hat sich zu einer wahren Instanz entwickelt und hat beim Kunden einen so hohen Stellenwert, dass sein Urteil über Kauf und nicht Kauf entscheiden kann. Genau dieser Aspekt macht die Sache interessant. Er bewertet die Produkte, die er verkaufen möchte und das mit größtmöglicher Hingabe und Neutralität. Der Kunde merkt, dass es nicht nur um Verkauf und Werbung sondern tatsächlich um die Bedürfnisse und die Beratung des Kunden geht.

Sobald man das erste Video gesehen hat ist man infiziert. Durch die Verlinkung der Videos untereinander fällt es schwer mit dem konsumieren aufzuhören. Ziemlich schnell hat man das Gefühl einem bekannten ja sogar vertrauten zu lauschen. Doch auch hinter dieser Erfolgsgeschichte steht Kalkulation und harte Arbeit. Social Media ist ein Full-Time Job und diesen füllt Herr Lüning mit Bravur aus. Er beantwortet fragen und steht rund um die Uhr zur Verfügung. In einer immer schneller und lauter werdenden Welt eine gute wenn nicht die beste Möglichkeit sich von der Konkurrenz abzusetzen. Der Kunde wird tagtäglich mit Informationen bombardiert die ihn gar nicht interessieren. Fernsehwerbung, E-Mail Marketing, Werbebanner, Werbung auf YouTube. Immer wieder wird der Konsument dazu gezwungen seine Tätigkeit auf dem jeweiligen Medium zu unterbrechen. Ad-Blocker und andere Schutzmaßnahmen sind die Folge. Klassische Werbung ist lästig und selten wirklich informativ. Kommunizieren Sie stattdessen wie ein Mensch und nicht wie eine Verkaufsmaschine. Ihre Kunden werden es Ihnen danken.

Interview mit Horst Lüning. (www.whisky.de)

Sehr geehrter Herr Lüning. Seit Ende 2007 verkosten Sie Whisky auf YouTube. Wann haben Sie das Potenzial von YouTube für Ihr Unternehmen erkannt?

Das Potenzial war mir bereits seit der Übernahme von YouTube durch Google bewusst geworden. Das war Ende 2006. Darum begann ich dann mit dem Aufnehmen der Videos 2007.

Gab es ein Ereignis, dass Sie inspiriert hat?

Ja unbedingt! Der ganze Spott und die Häme nach meinem ersten, missglückten Video. Damit war mir klar, dass sehr viele mein Video gesehen hatten und dass die Bereitschaft Videos zu konsumieren tatsächlich vorhanden war.

Haben Sie sich eine Strategie überlegt? Oder haben Sie einfach losgelegt?

Erlauben Sie mir eine flotte Ausdrucksweise. Ich gehe noch nicht mal ohne Plan auf die Toilette. Von Anfang an war mir klar, dass es eine Mehrfachnutzung des Contents geben musste. Also Blog und Integration in den Shop von www.whisky.de

Wie waren die Anfänge und haben Sie damals an den Erfolg geglaubt?

Anfangs habe ich sehr wenige Videos gedreht und ständig Feinheiten verändert. Allein die Abstimmung der Kamera auf die schlechten Lichtverhältnisse hat lange gedauert. Noch länger hat jedoch meine Eingewöhnung ans Reden in die schwarze Linse gedauert. Ich war es von meiner früheren Tätigkeit gewohnt vor Hunderten und Tausenden im Publikum zu sprechen. Doch vor einer schwarzen Linse, dass war für mich sehr speziell.

Gab es Tage bzw. Folgen nach denen Sie aufhören wollten?

Nie. Wenn man ein ordentliches Controlling in seinem Kanal macht, dann sieht man, wann man aufhören muss. In wenigen Monaten werde ich das 1.000 Videos online stellen und mit allen Videos die 10. Mio. Aufrufe überschritten haben. Aktuell habe ich 14.000 Abonnenten und 37.000 positive Bewertungen. Und es ging und geht ausschließlich aufwärts. Wer will da ans Aufhören denken?

Mit dem Erfolg kommen auch immer die Werbetreibenden und Unternehmen. Gab es versuche Ihre Meinung in eine bestimmte Richtung zu lenken und wenn ja welche?

Am meisten versuchten sich die üblichen Bremser in der Gesellschaft mir den Erfolg madig zu machen und mich zum aufhören zu überreden. Solche Menschen werden nur froh, wenn sie andere runter machen können. Aktuell veröffentliche ich in noch größerem Maßstab Videos auf www.whisky.com. Hier soll die Zuschauerzahl zehnmal so hoch werden. Das wichtigste dabei ist seine Unabhängigkeit zu behalten. Sowohl Unabhängigkeit von den Werbetreibenden, unseren Lieferanten im The Whisky Store aber auch von den Zusehern. Nur 1% der Zuseher beteiligt sich aktiv an Diskussionen. Das ist nicht repräsentativ zum Zuschauer. Sie dürfen nicht beratungsresistent sein. Sie dürfen aber auch nicht den Leuten blind folgen.

Sie haben etwas geschafft, wovon jeder Shopbetreiber träumt, Sie haben eine loyale Community aufgebaut. Wie haben Sie das nach Ihrer Meinung geschafft?

Ehrlichkeit und Authentizität. Nicht glattgebügelt und unnahbar, sondern nah und durchaus streitbar. Dazu trägt auch mein dritter Videokanal, das UnterBlog (Unternehmer Blog), bei. Auch hier baut sich mit jetzt 500 Videos nach dem bekannten Muster rapide eine neue Community auf. Jedem Shopbetreiber kann ich raten, mit einfachem Setting und vergleichsweise preiswert und hemdsärmelig sein Wissen vor laufender Kamera zu präsentieren. Genau an dieser Stelle punktet man am Ende gegenüber dem konkurrierenden stationären Händler. Der weiß auch nicht mehr als der Shopbetreiber, kann aber nur zu Ladenöffnungszeiten beraten. Per Video können Sie das rund um die Uhr.

Wie hat sich Ihr Unternehmen seit dem Start auf YouTube entwickelt?

Es ist schwer zu sagen, welche Marketingaktivitäten welchen Einfluss haben. Sicherlich tragen die Videos nachhaltig zum double-digit Wachstum bei.

Vielen Dank für das Gespräch.

Zum Abschluss noch ein Verkostungsbeispiel:

Grundkurs Fotografie: Foto- Optimierung für das Social Web

Grundkurs Fotografie

Ach ja, die Fotografie. Geheimnisvoll, magisch, emotional, begeisternd, aufrüttelnd, manipulierend, wunderschön, hässlich, modisch, langweilig. Nicht umsonst sagt ein Bild mehr als tausend Worte.

Viele kleine und mittelständische Unternehmen nutzen dieses einzigartige Ausdrucksmittel gar nicht oder so schlecht, dass es sogar zu negativen Effekten kommen kann. Ich habe schon unzählige Webseiten besucht, auf denen langweilige, unpersönliche, veraltete und schlecht gemachte Stockfotografien zu sehen waren. Sollten Sie Ihre Webseite mit solchen Fotos gefüttert haben und jetzt vielleicht gerade dabei sein eine Social Media Strategie zu erarbeiten, kann ich Ihnen nur raten diese Fotos nicht mehr zu verwenden. Mit schlechten Fotografien werden Sie keinen Erfolg haben. Gute Fotos zu produzieren ist jedoch gar nicht so schwer wie Sie vielleicht denken. Sie sollten die nötige Zeit aber unbedingt investieren denn: 75% des Contents der durch Facebookseiten veröffentlicht wird sind Fotos. Sogar 87% des geteilten Contents sind Fotografien. Selbst auf dem Kurznachrichtendienst Twitter bekommen Sie durch ein gutes Foto 35% mehr Retweets. Ihre Produkte und Ihr Unternehmen sind einzigartig. Schlecht gemachte Fotos und Stockfotos sind austauschbar. Woher wollen Sie wissen, ob diese nicht sogar von Ihrer Konkurrenz ebenfalls genutzt werden? Stockfotos sind immer die schlechtere Wahl. Wie Sie atemberaubende und einzigartige Fotos erstellen können, zeige ich Ihnen anhand eigener Fotografien.

Die Perspektive ist entscheidend

(So nicht!)
Ein romantischer Sonnenuntergang am Meer. Ein typisches Urlaubsfoto.

Sonnenuntergang

(Besser so!)
Erst durch eine ungewöhnliche Perspektive, wird ein Bild für den Betrachter interessant.

Sonnenuntergang, Wellen

Das Spiel mit Vorder- und Hintergrund

(So nicht!)
Diese Penne Pesto Rosso mögen lecker sein, die optische Darstellung überzeugt allerdings nicht. Das Gericht ist weder nett angerichtet noch gut fotografiert worden.

Penne mit Pesto Rosso

(Besser so!)
Dieses Bild spielt mit dem Vorder- und Hintergrund und macht Appetit auf mehr.

Käseplatte

Den Fokus nicht vergessen!

Mit dem Fokus können Sie den Blick des Betrachters auf das lenken, was Ihnen wichtig ist.

Vordergrund

Hintergrund

Hartes und weiches Licht

Jeder Tag hat eine individuelle Lichtstimmung. An sonnigen Tagen gibt es harte Schatten.

Harte Schatten

An wolkigen Tagen wird das Licht in alle Richtungen gestreut, es gibt keine harten Schatten.

Weiches Licht

Künstliches vs. natürliches Licht

(So nicht!)
Künstliche Lichtquellen ergeben für mich kein stimmiges Gesamtbild.

Blitz, künstliche Lichtquelle

(Besser so!)
Deshalb fotografiere ich meistens um die Mittagszeit. Auch in Innenräumen ergeben sich dann interessante Lichtstimmungen. Blitzlicht benutze ich ebenfalls nicht.

Natürliches Licht

Ja, Katzenbilder funktionieren natürlich auch… 😉

Katzenbild

Ich hoffe Ihnen hat dieser kleine Fotokurs gefallen. Jetzt liegt es an Ihnen, das gelernte umzusetzen. Sagen Sie den Stockfotografien Adieu! Social Media ist emotional, mit langweiligen Fotografien können Sie niemanden begeistern. Erstellen Sie Fotografien, die teilenswert sind. Auch langweilige Produkte können interessant inszeniert werden, Sie müssen sich nur die Zeit nehmen. 😉