Wie es @Saraholicious mit gesundem Essen, Sport und Fitness zu 24.000 Abonnenten auf Instagram geschafft hat [Interview]

https://instagram.com/saraholicious/
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@Saraholicious ist authentisch, sympatisch, schön und hat auf Instagram mehr als 24.000 Abonnenten. Mit mir sprach Sarah über ihren Erfolg und wie Unternehmen auf Instagram Fuß fassen können.

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Wie der norwegische Grafikdesigner @geeohsnap mit Snapchat erfolgreich wurde [Interview]

Snapchat

Er bekommt pro „Snap“ durchschnittlich 42.000 views und ist vor allem durch sein „Random People Project“ bekannt. Der norwegische Snapchat-Künstler @geeohsnap ist längst etabliert und hat eine große Fangemeinde. Ich sprach mit ihm über seine Anfänge, wieso Unternehmen Snapchat nutzen sollten und was seine Zukunftspläne sind.

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Wie der Braunschweiger Rapper Jonny S sein neuestes Album mittels Crowdfunding finanzieren will [Interview, Praxistipp]

Jonny S
 
Ein neues Album produzieren, ein neues Produkt auf den Markt bringen oder gleich eine ganze Unternehmensgründung lancieren. Mit Crowdfunding bzw. Crowdinvesting kein Problem.
 
Auf Plattformen wie Kickstarter, Startnext oder Seedmatch buhlen Privatpersonen, Unternehmensgründer und Künstler um das Kapital der „vielen“. Wer heute eine gute Idee hat und diese überzeugend kommunizieren kann, hat die Chance genügend Kapital einzusammeln, um sein Projekt realisieren zu können. Das Unternehmen Oculus VR konnte 2012 beispielsweise mit dem Konzept der VR (Virtual Reality) Brille Oculus Rift überzeugen und so auf Kickstarter 250.000 US Dollar akquirieren. 2014 kaufte Mark Zuckerberg (Facebook) das Unternehmen für 2,3 Milliarden US Dollar. Auch der Braunschweiger Rapper Jonny S geht diesen Weg. Schon sein letztes Album „Halbes Leben“ konnte er so finanzieren. Insgesamt kamen damals mehr als 5300 Euro zusammen, von denen er u.a. die Kosten für CD- und Vinyl-Pressungen bezahlen konnte. Das neue Album „Tattoo“ soll ebenfalls so finanziert werden. Diesmal können ihn sogar Unternehmen unterstützen und erhalten z.B. für 2000 Euro ein Sponsoring für ein Musikvideo. Jonny S hat kein Management, kein Label und keinen Verlag. Er ist unabhängig, produziert und schreibt alle Songs selbst und kümmert sich auch um die Vermarktung.

Jonny S ein spannender und vielversprechender Künstler aus der Region, der Ihre Unterstützung benötigt. Hier der Link zur Crowdfunding-Kampagne
 

Artwork des geplanten Albums „Tattoo“

Tattoo-box-vinyl-cd
 

Interview mit Jonny S

Was bedeutet Unabhängigkeit für Dich?
Unabhängig davon, dass man immer abhängig von irgendetwas ist, ist Unabhängigkeit für mich, die Möglichkeit zu besitzen Dinge zu machen. Ganz egal ob ich Bock habe morgen ein Album aufzunehmen, oder einen Film zu produzieren oder was auch immer für ein Projekt zu realisieren. Ich mache mich nur abhängig von meinem Bauchgefühl.

Social Media gibt Musikern und Einzelpersonen erstmals in der Mediengeschichte die Möglichkeit sich selbst zu vermarkten. Welche Rolle spielt Social Media in Deiner Vermarktungsstrategie?
Das größte Potential und dabei rede ich nicht davon, dass ich Betrag X in die Hand nehme um mir „Sendezeit“ bei Facebook zu buchen. Das größte Potenzial liegt in der Erreichbarkeit die das Internet erst möglich gemacht hat. Die Einstiegshürden für ganz viele Dinge, besonders im Medienbereich, sind gänzlich weg.

Welche sozialen Netzwerke funktionieren für Dich am besten?
Facebook, Youtube, Instagram und Soundcloud. Auf Twitter war ich früher aktiver, allerdings habe ich dazu nicht mehr die Muße.

Welche Inhalte muss man seiner Zielgruppe deiner Meinung nach bieten, um in den sozialen Netzwerken erfolgreich zu sein?
Ich glaube alles was menschlich ist. Emotionen sind der Schlüssel für vieles. Ich habe neulich in einer meiner Keynotes behauptet, dass der Satz „Content ist King“ abgelöst wird durch „Video ist King“. Wenn dir ein Mensch vor der Kamera erzählt, dass der MP3 Player XY gut ist, dann glaubst Du ihm, wie wenn ein Freund Dir etwas empfehlen würde.

Apropos Erfolg. Du hast Dein letztes Album „Halbes Leben“ mittels Crowdfunding finanziert. Wie hast Du das angestellt? Bzw. wie läuft so ein Crowdfunding ab?
Das war ehrlich gesagt mehr Glück als Verstand. Aber aus der Aktion habe ich viel gelernt und bin diesmal mit über 4 Monaten Vorbereitung gestartet. Beim Crowdfunding geht es ja vor allem darum, seine potenziellen Geldgeber davon zu überzeugen, dass das was man da erschaffen will auch wirklich Realität wird. Je mehr man das mit Persönlichkeit und Enthusiasmus paart, desto wahrscheinlicher wird ein Erfolg.

Auch Dein neues Album „Tattoo“ möchtest Du so finanzieren. Wie sind Deine Pläne?
Die verrate ich natürlich noch nicht :-D, aber wie gesagt mein Team und ich haben bisher schon viel Arbeit da hinein gesteckt. Das was man sieht ist noch nicht alles, zumal so ein Projekt eine unglaubliche Eigendynamik entwickelt.

Sich selbst zu managen bedeutet „Freiheit“ aber auch eine Menge Arbeit. Wie kriegst Du Familie und Musik unter einen Hut?
Frag meine Frau :-D. Nee, das ist schon manchmal sehr herausfordernd aber wenn ich nicht ständig etwas Neues starte, fühle ich mich schnell leer und brenne aus. Ich mag einfach gerne dieses jonglieren mit 5 verschiedenen Sachen.

Mein Lieblingslied von Dir, welches auch auf Deinem neuen Album zu hören sein wird heißt: „Braunschweig“. Was bedeutet Heimat für Dich?
Ich bin als Kind sehr viel umgezogen und habe lange einen solchen Ort für mich gesucht. Ich glaube Heimat ist da wo deine Basis, deine Familie und deine Freunde sind.

Was wünscht Du dir für die Zukunft?
Rockstar zu werden? 😀

Jung, stylish und Medienerfahren. Der Einfluss deutscher Instagramerinnen. [Interview]

Laura
Quelle: @laurawolfschmidt (Instagram)

 
Sie sind jung, gut vernetzt und managen Accounts mit 100.000 Followern. Deutsche Instagramerinnen beherrschen ihr Handwerk ohne Marketingausbildung und sind deshalb vor allem eines: authentisch.
 
Die Demokratisierung der Medienproduktion sorgt dafür, dass „normale“ Jugendliche eine vorher nie geahnte Reichweite erreichen können. Das Social Web ermöglicht den Jugendlichen erstmals in der Mediengeschichte den Informationsaustausch auch über den Freundeskreis hinaus. Dieses Phänomen ist natürlich nicht nur auf Instagram beschränkt, sondern betrifft alle sozialen Netzwerke. Auf YouTube veröffentlichen junge Mädchen beispielsweise täglich Videos, die zeigen welchen Lieblingslippenstift sie gerade benutzen und welche Handcreme gerade besonders „In“ ist. Im Freundeskreis haben sie sich schon immer über die neuesten Mode- und Lifestyle Trends ausgetauscht. Jetzt machen sie es vor einem Millionen Publikum. Dabei geht es jedoch nicht immer nur um Konsum auch Gesellschaftskritik und die täglichen Erlebnisse werden mit der Welt geteilt. „Der Spaß sollte immer im Vordergrund stehen“ sagt @jasmmmiiinnn, die 7000 Follower auf Instagram hat.

Mit der steigenden Anzahl der Follower werden auch immer mehr Unternehmen auf die Jugendlichen aufmerksam, die sich zu wahren Markenbotschaftern entwickeln. Der schmale Grad zwischen Schleichwerbung, zu viel „Kommerz“ und Authentizität ist unter den Instagramerinnen aber ein großes Thema. @laurawolfschmidt sagt dazu „Sich selbst treu zu bleiben und Bilder zu posten, die einem auch selbst gefallen ist wichtig.“ @jasmmmiiinnn meint: „Wichtig ist, dass man immer 100% von den eigenen Sachen überzeugt ist, sonst lügt man und kommt nicht mehr seriös rüber.“ Die erst 14-Jährige @sinellaa__ mit 31.000 Followern hat eine ähnliche Meinung: „Mir geht es nicht darum, möglichst viele Kooperationen zu machen sondern nur um den Spaß“. Durch Intuition und mit Herzblut machen sie großen Werbeagenturen zunehmend Konkurrenz. Die Vermarktung eines Produktes erfolgt immer häufiger durch Privatpersonen mit großen Netzwerken Stichwort: Influencer Marketing. Was die Werbeindustrie seit Jahren versäumt hat ist Relevanz und Authentizität zu schaffen und Werbung nicht nur als reinen Selbstzweck zu betreiben. Heutzutage ist es wichtig der Zielgruppe einen Mehrwert zu generieren und sie praktisch durch im voraus geleisteten Service vom Kauf zu überzeugen (Content Marketing). Die Instagramerinnen profitieren auf jeden Fall von dieser Entwicklung. Bei Brandnew IO bekommen die Jugendlichen laut einem Interview von Co-Founder Francis Trapp auf netzwertig.com zwischen 20 und 1000 Euro pro Foto. Kein schlechtes Taschengeld für die kleinen Medienprofis. 😉

Das komplette Interview mit @laurawolfschmidt, 17 Jahre alt, 92,1k Follower auf Instagram

Seit wann bist du auf Instagram unterwegs?
Angemeldet habe ich mich vor ca. 2 Jahren. Im April/Mai 2013 habe ich dann angefangen, Bilder hochzuladen.

Postest Du einfach nur so oder machst Du dir vorher Gedanken? Erzähl mal, wie läuft dein Kreativprozess ab?
Ich muss sagen, dass das ziemlich unterschiedlich ist. Manchmal habe ich spontan eine Idee, die ich direkt umsetze, oder die Idee entsteht dann erst während des Fotografierens. Manchmal überkommt mich zwischen durch aber auch eine Idee und ich habe eine genaue Vorstellung, wie das Bild aussehen soll, das schreibe ich mir dann auch auf. Meistens klappt das so ganz gut, andere Male bekomme ich es nicht im Entferntesten so hin, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich plane die Posts manchmal aber auch für 1-2 Wochen im Voraus durch, das hängt dann davon ab, wie viel Zeit ich habe.

Welche Themenfelder (z.B. Mode oder Food) funktionieren auf Instagram am besten?
Es gibt schon bestimmte „Themen“, von denen ich eigentlich immer im Voraus weiß, dass sie viel „geliket“ werden, manchmal trifft es aber auch gar nicht zu. In der Regel würde ich aber sagen das Bilder von UGGs (Schuhe), einer schönen Handtasche (Michael Kors, Louis Vuitton), Deko-Ideen (Allgemein Bilder aus dem eigenen Zimmer, z.B. das Bett oder den Schminktisch) oder Pancakes bzw. Jogurt extrem gut ankommen. Dementsprechend viele Mädels posten das dann auch… Oder Bilder von neuen iPhones bekommen eigentlich auch immer überdurchschnittlich viele Likes.

Woher bekommst Du deine Inspiration?
Mit Instagram und Inspiration ist das meistens ein bisschen schwierig. Ich schaue mir ganz gerne Bilder auf „We Heart It“ an oder besuche auch die Accounts meiner Follower z.B. wenn ich einen Shoutout-Contest mache. Ab und an finde ich ein paar wirklich schöne Accounts, aber direkte Bildideen entstehen daraus eigentlich nie.

Deine Bilder haben einen eigenen Stil. Hast Du diesen Stil entwickelt oder ist er mit der Zeit von selbst entstanden?
Teils, teils. Ich habe am Anfang verschiedenes ausprobiert, aber war mit nichts anderem zufrieden. Mit der Zeit habe ich ihn dann weiterentwickelt, aber eigentlich achte ich nicht so sehr darauf einen bestimmten Stil einzuhalten, ich poste was mir gerade gefällt.

Du bist besser vernetzt als ich. Wie siehst du die Instagram Community in Deutschland?
Gemischt. Es gibt unglaublich viele, nette, liebe Nutzerinnen und Nutzer, die mir so süße Kommentare schreiben, ihren Spaß an Instagram haben und sich inspirieren lassen. Aber gerade mit wachsender Followerzahl fällt auf, dass es leider auch Nutzerinnen und Nutzer gibt, die die Plattform nutzen, um sich zu profilieren und versuchen, andere fertig zu machen. Vielleicht weil sie neidisch sind oder weil Ihnen langweilig ist – Ich weiß es nicht. Jedenfalls finde ich das schade, denn Instagram ist für mich der falsche Ort dafür. Aber solange die Nutzer überwiegen, die Spaß an der Sache haben, sehe ich da keine Probleme. 🙂

Hast Du schon Werbekooperationen abgeschlossen? Wie läuft so etwas ab?
Ja, sogar schon öfters. Meistens schreiben mich die Unternehmen an oder ich bekomme die Anfrage durch eine Agentur vermittelt. Dann entscheide ich, ob ich die Kampagne machen möchte oder nicht. Sagt mir das Angebot zu, suche ich mir ein paar Produkte im jeweiligen Shop aus und sie werden mir zugeschickt. Vereinbarungen, wie viele Bilder ich posten muss, wann, etc. werden meistens vorab per Email beschlossen oder sind mir frei gestellt. Wenn ich dann den „Post“ mache, verlinke ich den Instagram-Account des Shops in der Beschreibung, meistens markiere ich ihn aber auch noch auf dem Bild.

Im Moment hast Du etwa 92100 Follower. Woran liegt das deiner Meinung nach?
Ich glaube, wenn man einmal eine gewisse Anzahl an Followern hat, ist das ganze wie ein Domino-Effekt. Durch die neue ‚Explore‘ Seite werden jetzt allen Nutzern Bilder und Accounts angezeigt, denen ihre Freunde folgen bzw. welche Bilder sie liken. Hat man viele Follower, ist man natürlich auch auf vielen ‚Explore‘ Seiten vertreten und wird dementsprechend öfter geklickt. Natürlich kennen mich sicher auch einige durch andere Blogger, zum Beispiel Caro (@itscaroo) oder Jessica (@fehlstmir) etc.

Mit welchen Programmen bearbeitest Du deine Bilder?
Das ist wahrscheinlich die häufigste Frage, die ich gestellt bekomme. 😀 Ich bearbeite meine Bilder im Moment mit der App „Afterlight“. Viel bearbeite ich eigentlich nicht, nur die Helligkeit mache ich oft hoch und probiere ab und zu ein bisschen aus, was gut aussieht.

Bist du in einem Instagram Netzwerk vertreten?/Wie z.B. Mediakraft (YouTube)
Ja, z.B. in Brandnew.IO, aber ich weiß nicht, ob das direkt mit Mediakraft vergleichbar ist.

Was ist wichtig, wenn man auf Instagram erfolgreich sein möchte?
Sich selbst treu zu bleiben und Bilder zu posten, die einem auch selbst gefallen ist wichtig. Ich würde nie Bilder machen und posten, wenn sie mir nicht gefallen würden. Gute Lichtverhältnisse (niemals künstliches Licht) und gute Qualität können natürlich auch nicht schaden. Außerdem sollte man regelmäßig posten, damit die Follower aktiv bleiben, vielleicht ab und an mal wo kommentieren (keinesfalls aber Eigenwerbung unter fremde Bilder).

Wem folgst du am liebsten auf Instagram?
Mh auf jeden Fall @mariannan, @itscaroo, @fehlstmir, @milenalesecret, @valerielacherie und @kristinaaader

Was bedeuten Dir Deine Follower?
Meistens ist mir eigentlich gar nicht bewusst, dass ich so viele habe, aber wenn es mir dann bewusst wird, finde ich es eigentlich nur noch unfassbar, weil ich damit nie gerechnet habe und ich freue mich unglaublich, über den ganzen Support den ich bekomme und die vielen lieben Kommentare, die mich immer motivieren, weiter zu machen. 🙂

Hast Du noch einen Insider Tipp für uns?
Wenn ich wüsste, was ich anders mache, als andere vielleicht. 😀 Ich finde, man sieht jedem Account an, wie viel Liebe und Arbeit darin steckt. Deswegen finde ich, dass man nur versuchen sollte, sich auf Instagram zu etablieren, wenn es einem darum geht, andere Menschen zu inspirieren und am eigenen Leben teilhaben zulassen. Wenn Kooperationen, Geld oder „Fame“ die Motive sind, sollte man sich vielleicht besser ein anderes Hobby suchen. 🙂

YouTube: Die Erfolgsgeschichte von Horst Lüning

Mit erwartungsfrohem Blick senkt sich seine Nase in das Tastingglas. Dieses Mal sind es malzige und Zitrusfruchtartige Noten, die er wahrnimmt. Danach eine kurze Anekdote zur Herstellungsweise und warum dieser Whisky gerade genau diese Geruchsnoten besitzt. Der Zuschauer fiebert der Geschmacksprüfung entgegen und wird ungeduldig. Endlich der erste Schluck. Seine Augen schließen sich, er riecht nochmal, wippt im Stuhl hin und her und dann das erste Fazit. „Perfekt. Rund. Malzig. Fruchtig“. Er nimmt einen zweiten Schluck, dann einen dritten. Der erfahrene Zuschauer weiß spätestens jetzt. Dieser Whisky ist ein ganz großer.

Horst Lüning in seinem Element.
Horst Lüning in seinem Element.

Deutschsprachige Whiskygenießer kommen an Horst Lüning nicht vorbei. Der diplomierte Luft- und Raumfahrttechniker produziert nun schon seit fast 7 Jahren eine der bekanntesten Whisky-Tasting-Reihen auf YouTube. Mit 14.000 Abonnenten und ca. 10 Millionen Videoaufrufen hat er etwas geschafft, wovon viele E-Commerce Betreiber nur träumen: Loyale Kunden und eine lebhafte Community.

Doch wie erklärt sich sein Erfolg? Schon Ende 2007 veröffentlichte Horst Lüning das erste Tastingvideo. Ziemlich früh erkannte er das Potential von YouTube als Absatzkanal. Hauptargument ist jedoch ein anderes. Er bietet den Kunden einen Service, der mit Geld nicht zu bezahlen ist. Orientierung und Beratung. Es gibt unzählige Whiskysorten mit teils sehr großen geschmacklichen unterschieden. Anstatt die Produkte wie viele andere einfach nur mit Bildern und Worten zu beschreiben macht er sie erlebbar. An seiner Mimik und Gestik kann der Kunde ablesen ob ein Whisky gut oder herausragend ist. Der Skeptiker könnte einwerfen: Geschmack ist subjektiv doch Herr Lüning hat sich zu einer wahren Instanz entwickelt und hat beim Kunden einen so hohen Stellenwert, dass sein Urteil über Kauf und nicht Kauf entscheiden kann. Genau dieser Aspekt macht die Sache interessant. Er bewertet die Produkte, die er verkaufen möchte und das mit größtmöglicher Hingabe und Neutralität. Der Kunde merkt, dass es nicht nur um Verkauf und Werbung sondern tatsächlich um die Bedürfnisse und die Beratung des Kunden geht.

Sobald man das erste Video gesehen hat ist man infiziert. Durch die Verlinkung der Videos untereinander fällt es schwer mit dem konsumieren aufzuhören. Ziemlich schnell hat man das Gefühl einem bekannten ja sogar vertrauten zu lauschen. Doch auch hinter dieser Erfolgsgeschichte steht Kalkulation und harte Arbeit. Social Media ist ein Full-Time Job und diesen füllt Herr Lüning mit Bravur aus. Er beantwortet fragen und steht rund um die Uhr zur Verfügung. In einer immer schneller und lauter werdenden Welt eine gute wenn nicht die beste Möglichkeit sich von der Konkurrenz abzusetzen. Der Kunde wird tagtäglich mit Informationen bombardiert die ihn gar nicht interessieren. Fernsehwerbung, E-Mail Marketing, Werbebanner, Werbung auf YouTube. Immer wieder wird der Konsument dazu gezwungen seine Tätigkeit auf dem jeweiligen Medium zu unterbrechen. Ad-Blocker und andere Schutzmaßnahmen sind die Folge. Klassische Werbung ist lästig und selten wirklich informativ. Kommunizieren Sie stattdessen wie ein Mensch und nicht wie eine Verkaufsmaschine. Ihre Kunden werden es Ihnen danken.

Interview mit Horst Lüning. (www.whisky.de)

Sehr geehrter Herr Lüning. Seit Ende 2007 verkosten Sie Whisky auf YouTube. Wann haben Sie das Potenzial von YouTube für Ihr Unternehmen erkannt?

Das Potenzial war mir bereits seit der Übernahme von YouTube durch Google bewusst geworden. Das war Ende 2006. Darum begann ich dann mit dem Aufnehmen der Videos 2007.

Gab es ein Ereignis, dass Sie inspiriert hat?

Ja unbedingt! Der ganze Spott und die Häme nach meinem ersten, missglückten Video. Damit war mir klar, dass sehr viele mein Video gesehen hatten und dass die Bereitschaft Videos zu konsumieren tatsächlich vorhanden war.

Haben Sie sich eine Strategie überlegt? Oder haben Sie einfach losgelegt?

Erlauben Sie mir eine flotte Ausdrucksweise. Ich gehe noch nicht mal ohne Plan auf die Toilette. Von Anfang an war mir klar, dass es eine Mehrfachnutzung des Contents geben musste. Also Blog und Integration in den Shop von www.whisky.de

Wie waren die Anfänge und haben Sie damals an den Erfolg geglaubt?

Anfangs habe ich sehr wenige Videos gedreht und ständig Feinheiten verändert. Allein die Abstimmung der Kamera auf die schlechten Lichtverhältnisse hat lange gedauert. Noch länger hat jedoch meine Eingewöhnung ans Reden in die schwarze Linse gedauert. Ich war es von meiner früheren Tätigkeit gewohnt vor Hunderten und Tausenden im Publikum zu sprechen. Doch vor einer schwarzen Linse, dass war für mich sehr speziell.

Gab es Tage bzw. Folgen nach denen Sie aufhören wollten?

Nie. Wenn man ein ordentliches Controlling in seinem Kanal macht, dann sieht man, wann man aufhören muss. In wenigen Monaten werde ich das 1.000 Videos online stellen und mit allen Videos die 10. Mio. Aufrufe überschritten haben. Aktuell habe ich 14.000 Abonnenten und 37.000 positive Bewertungen. Und es ging und geht ausschließlich aufwärts. Wer will da ans Aufhören denken?

Mit dem Erfolg kommen auch immer die Werbetreibenden und Unternehmen. Gab es versuche Ihre Meinung in eine bestimmte Richtung zu lenken und wenn ja welche?

Am meisten versuchten sich die üblichen Bremser in der Gesellschaft mir den Erfolg madig zu machen und mich zum aufhören zu überreden. Solche Menschen werden nur froh, wenn sie andere runter machen können. Aktuell veröffentliche ich in noch größerem Maßstab Videos auf www.whisky.com. Hier soll die Zuschauerzahl zehnmal so hoch werden. Das wichtigste dabei ist seine Unabhängigkeit zu behalten. Sowohl Unabhängigkeit von den Werbetreibenden, unseren Lieferanten im The Whisky Store aber auch von den Zusehern. Nur 1% der Zuseher beteiligt sich aktiv an Diskussionen. Das ist nicht repräsentativ zum Zuschauer. Sie dürfen nicht beratungsresistent sein. Sie dürfen aber auch nicht den Leuten blind folgen.

Sie haben etwas geschafft, wovon jeder Shopbetreiber träumt, Sie haben eine loyale Community aufgebaut. Wie haben Sie das nach Ihrer Meinung geschafft?

Ehrlichkeit und Authentizität. Nicht glattgebügelt und unnahbar, sondern nah und durchaus streitbar. Dazu trägt auch mein dritter Videokanal, das UnterBlog (Unternehmer Blog), bei. Auch hier baut sich mit jetzt 500 Videos nach dem bekannten Muster rapide eine neue Community auf. Jedem Shopbetreiber kann ich raten, mit einfachem Setting und vergleichsweise preiswert und hemdsärmelig sein Wissen vor laufender Kamera zu präsentieren. Genau an dieser Stelle punktet man am Ende gegenüber dem konkurrierenden stationären Händler. Der weiß auch nicht mehr als der Shopbetreiber, kann aber nur zu Ladenöffnungszeiten beraten. Per Video können Sie das rund um die Uhr.

Wie hat sich Ihr Unternehmen seit dem Start auf YouTube entwickelt?

Es ist schwer zu sagen, welche Marketingaktivitäten welchen Einfluss haben. Sicherlich tragen die Videos nachhaltig zum double-digit Wachstum bei.

Vielen Dank für das Gespräch.

Zum Abschluss noch ein Verkostungsbeispiel: