Die Braunschweiger Instagramerin „Elenasmakeup“ im Interview (17k Follower)

 

Interessante Insights gewährt uns die Braunschweiger Instagramerin in diesem Interview. Besonders überraschend und so gar nicht positiv für Snapchat ist diese Aussage von ihr: „Snapchat nutze ich nur noch wenig, ich habe bei meinen Followern nachgefragt und die Mehrheit hat sich Instastories gewünscht. […] Es war sehr clever von Instagram, die Stories einzuführen, so hat man alles in einer App.“ Nach einem kometenhaften Aufstieg der App scheint dem Unternehmen also kurz vor dem Börsengang zumindest ein bisschen die Puste auszugehen. Elena berichtet zudem, auf was es bei einem guten Instagram Account ankommt und welche Dinge zu beachten sind. Viel Spaß beim lesen.


Erzähl uns doch erstmal ein bisschen über dich, was machst Du beruflich und was sind deine Hobbies?
Ich heiße Elena und komme aus Braunschweig. Momentan studiere ich Deutsch und Geschichte und bin nebenbei mit meinem Blog selbstständig. Meine Hobbies gehen einher mit dem Bloggen, sprich alles, was mit dem Thema Make-up zu tun hat, fotografieren, Videos drehen und ich liebe es zu Schreiben. Meine restliche Zeit verbringe ich am Liebsten mit meinen Freunden bei einem schönen Essen mit tollen Gesprächen.

Warum hast Du dich eigentlich bei Instagram angemeldet und wann war das?
Bei Instagram habe ich mich im Sommer 2013 angemeldet, eigentlich nur, weil eine Freundin mich darauf aufmerksam gemacht hat. Ich wollte auf meinem damals privaten Profil einfach schöne Bilder mit meinen Freunden teilen. Relativ schnell habe ich dann aber gemerkt, dass Instagram genau meine App ist. Zunächst habe ich alles mögliche zu Themen wie Fitness, Reisen, Essen oder was mir sonst so eingefallen ist gepostet. Den Account elenasmakeup habe ich dann aber erst gut ein Jahr später erstellt.

Was fasziniert dich an Instagram?
Vor allem der Aufbau der App. Ich liebe das Prinzip mit dem Feed und den klaren Strukturen. Ich klicke ein Profil an und sehe im besten Fall sofort eine Reihe toller Bilder, die für mich ein harmonisches Gesamtbild ergeben. Inspirierende Bilder verbunden mit dem Austausch in der Community machen Instagram für mich so reizvoll. Auch die neu eingeführten Instastories haben Instagram für mich nochmal aufgewertet.

Du bist auch auf anderen Social-Media Plattformen aktiv, welche Strategie wendest du bei den unterschiedlichen Netzwerken an?
Ja, ich nutze Facebook, Snapchat, Youtube und Pinterest. Facebook nutze ich hauptsächlich um Artikel oder neue Videos zu bewerben und Inhalte zu teilen, allerdings bin ich auf Facebook am Wenigsten aktiv. Bei Pinterest setze ich auf guten, visuellen Content. Pinterest dient den Nutzern als Inspirationsquelle. Besonders meine Lippenbilder, auf denen ich Lippenstiftfarben aufgetragen zeige, werden sehr häufig gepinnt und somit weiter verbreitet. Durch das weiter pinnen bleibt auch älterer Content im Umlauf, was bei Instagram z.B. wenig der Fall ist. Bei Instagram lege ich besonders viel Wert auf die oberen neun Fotos, sie sollten immer stimmig sein und ein schönes Gesamtbild ergeben. Die Leute werfen häufig nur einen kurzen Blick auf dein Instagramprofil und sehen die oberen Bilder in der Miniaturansicht. Wenn du dann überzeugst, stehen die Chancen gut, dass sie durch dein Profil scrollen und dir folgen. Snapchat nutze ich nur noch wenig, ich habe bei meinen Followern nachgefragt und die Mehrheit hat sich Instastories gewünscht. Manchmal mache ich beides, aber das ist mir auf Dauer zu viel. Es war sehr clever von Instagram, die Stories einzuführen, so hat man alles in einer App. In den Stories zeige ich meinen Alltag, neue Produkte, Inhalte von Paketen oder bewerbe neue Videos sowie Blogbeiträge. Das wird sehr gut angenommen und ich denke Videos werden insgesamt immer wichtiger. Ich überlege, bald auch die neueste Funktion „Instagram Live“ zu nutzen. Bisher bin ich da noch etwas scheu, aber ich beobachte, dass die Leute das Format auch sehr interessant finden.

Wie hast Du es deiner Meinung nach geschafft 17.000 Abonnenten auf Instagram zu generieren?
Durch viel Zeit und Arbeit, die ich in das Fotografieren schöner Bilder gesteckt habe und vor allem auch durch Interaktion. Tolle Bildern allein reichen bei Instagram nicht aus. Viel antworten, kommentieren und auch mal bei den Followern vorbei schauen, das schafft Nähe und davon lebt die App. Ich interessiere mich wirklich für die Menschen, die mir folgen. Ich möchte wissen, was sie bewegt und interessiert und versuche dann darauf einzugehen. Ich habe eine ganze Zeit sogar auf wirklich jeden Kommentar geantwortet, heute schaffe ich das nicht immer, aber ich nehme mir trotzdem die Zeit auf Fragen und Nachrichten einzugehen. Es ist auch wichtig, zu schauen, was man liked oder kommentiert. Das sollte zum eigenen Thema passen und auch mal mehr als ein einfaches „schönes Bild“ sein. Durch passende Hashtags oder Kommentare unter Bildern ähnlicher Profile, kann man schnell Nutzer finden, die die selben Interessen haben. Die Interaktion ist außerdem wichtig für das Prinzip des neuen Algorithmus. Der bewertet Profile besser, die eine hohe Interaktionsrate haben und die Bilder werden eher bei anderen Nutzern angezeigt.
Insgesamt sind ein harmonischer Feed mit ansprechenden Bildern, regelmäßiges Posten und gleichzeitig die Interaktion innerhalb der Community meiner Meinung nach das „Geheimrezept“ für Instagram.

Warum hast du dich für den Bereich Beauty & Make-Up entschieden?
Ich habe anfangs auch über einen Fitness-Account nachgedacht. Allerdings bin ich ein sehr kreativer Mensch, habe einfach total viel Spaß daran gehabt, Make-up Looks zu kreieren und war fasziniert von dieser bunten, glitzernden Welt. Ich würde sagen, ich bin erst mit meinem Account so richtig in das Thema reingewachsen und habe immer mehr dazu gelernt. Am Anfang hatte ich einfach Lust, mich zu schminken und Fotos zu machen und Instagram war eine tolle Möglichkeit schnell Feedback für die eigene Arbeit zu bekommen. Mittlerweile poste ich ab und zu auch mal ein #ootd (Outfit of the Day) oder meine letzte Shopping Ausbeute.

Inzwischen kommen bestimmt auch Unternehmen auf dich zu, um mit dir zu kooperieren. Kannst Du uns ein paar Beispiele nennen?
Ja, je mehr Zeit und Arbeit ich in meine Bilder und Beiträge investiert habe, desto häufiger habe ich mit der Zeit auch Feedback und Anfragen von Unternehmen bekommen. Meine erste Kooperation hatte ich mit ca. 2000 Instagram Followern mit der Marke ZOEVA. Das war für mich damals ein toller Erfolg, da ich die Produkte wirklich liebe und auch heute noch täglich nutze. Allgemein arbeite ich vor allem mit Firmen aus dem Bereich Beauty zusammen. Da sind sowohl Marken aus dem Drogeriebereich wie DM Trend it Up, Manhattan oder essence dabei, aber auch Marken wie smashbox oder Artdeco. Bei Kooperationen achte ich sehr darauf, dass sie zu elenasmakeup passen. Ich habe z.B. auch schon Anfragen für Fitnessprogramme oder Getränke bekommen, so etwas habe ich bisher immer abgelehnt. Auch Bloggerevents sind jedes Mal eine tolle Erfahrung, man lernt sich persönlich kennen und ich liebe den Austausch untereinander.

Nach welchen Kriterien entscheidest Du, ob Du eine Kooperation eingehst?
Wie schon erwähnt, schaue ich erst einmal, ob das Produkt überhaupt zu elenasmakeup passt und ob ich Lust habe, es zu Testen. Der Mehrwert für meine Community ist mir dabei natürlich super wichtig und meine Follower vertrauen da auf meine ehrliche Meinung. Grundsätzlich stelle ich von Anfang an klar, dass ich immer meine eigene Meinung äußere. Die meisten Firmen sind da aber zum Glück sehr offen, auch für Kritik. PR-Samples oder bezahlte Posts kennzeichne ich außerdem immer als solche. Wenn eine Firma das umgehen möchte, kommt keine Kooperation zustande.
Auch dreiste Anfragen lehne ich sofort ab. Einmal hat mir ein Unternehmen angeboten, dass ich deren Produkt für die Hälfte des Kaufpreises erst selbst erwerben „darf“ und anschließend sollte ich dann auf meinem Blog und Instagram darüber berichten. Bei so einem „hochwertigen“ Produkt wäre das doch ein tolles Angebot, hieß es dann. So etwas beantworte ich mittlerweile gar nicht mehr.

Wie läuft dein Kreativprozess ab?
Früher habe ich nächtelang bunte und ausgefallene Looks geschminkt, mittlerweile bin ich da etwas dezenter geworden. Ich fotografiere mittlerweile häufig auch mein Alltagsmake-up, es ist also alles etwas „tragbarer“ geworden. Inspiration für meine Fotos oder für Looks hole ich mir auf Instagram und häufig auch auf Pinterest. Dort erstelle ich Pinnwände zu bestimmten Themen. Dann fotografiere ich meine Ideen und bearbeite die Bilder anschließend. Häufig sogar am Handy, aber ab und zu nutze ich auch Photoshop. Für Videos brauche ich länger. Das Schneiden fiel mir am Anfang wirklich schwer, aber mittlerweile habe ich eine ganz gute Routine bekommen. Ich mache grundsätzlich alles selbst, von Bildern über Texte bis zu den Videos. An manchen Tagen bleibt die Kreativität leider auch mal etwas auf der Strecke, da du ständig neue Inhalte produzieren musst, wenn du wirklich jeden Tag mindestens einen Post machen möchtest. Früher war ich außerdem perfektionistischer als heute, da habe ich ewig für ein Foto oder Video gebraucht. Aber sicher liegt das auch an der Routine, die ich mittlerweile entwickelt habe.

Wie viel Zeit fließt wöchentlich ca. in deinen Instagram Auftritt?
Eigentlich jeden Tag mehrere Stunden. Natürlich arbeite ich in dieser Zeit zusätzlich auch an meinem Blog und an meinem Youtube-Kanal. Ich produziere momentan zwei Videos pro Woche für Youtube und poste täglich auf Instagram ein bis zwei Bilder. Das kostet viel Zeit. Instagram vermischt sich dabei auch oft mit meinem Alltag, ich like und kommentiere viel unterwegs, z.B. im Bus. Dazu kommen noch die Instastories. Dort nehme ich die Follower eigentlich täglich mit durch meinen Alltag. Natürlich poste ich dabei nur ausgewählte Situationen und laufe nicht ständig mit der Kamera vor der Nase herum. Trotzdem sind auch die Stories mit einem gewissen Zeitaufwand verbunden, besonders wenn du neben Unterhaltung noch informativen Content liefern möchtest.

Wem folgst du am liebsten auf Instagram?
Ich liebe Accounts wie @angelicablick, @desiperkins oder @schannaloves.

Hast Du noch einen Insider Tipp für uns?
Mit viel Liebe, positivem Denken und stetigem Weiterentwickeln der eigenen Inhalte kommt man meiner Meinung nach auf Instagram & Co. am Weitesten. Es ist neben qualitativem Content in meinem Bereich außerdem wichtig, dass du auch als Persönlichkeit gemocht wirst und dein Profil nicht nur ein perfekter Bilderkatalog ist. Wenn du etwas Positives ausstrahlst und deinen Follower zeigst, dass sie dir wichtig sind, kommt das auch zu dir zurück. Und die Sache mit der Interaktion nicht vergessen! Das ist wirklich wichtig.

Vielen Dank für das Gespräch.

Weiterführende Links:
Meine Tipps für einen schönen Instagram Feed – So begeisterst du mehr Follower (Elenasmakeup)

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Eric

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Social Media verrückt, wissensdurstig und immer auf der Suche nach den neuesten Trends.
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