A Brand like a Friend – Moderne Markenkommunikation im Social Web

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Durch das Aufkommen sogenannter Web X.0 Technologien ist es heute praktisch jedem Individuum möglich etwas zu veröffentlichen bzw. zu publizieren. Aus dieser Demokratisierung der Medienproduktion heraus ist eine eigene Ausdrucksform (Authentische, humorvolle Kommunikation) entstanden, die im Rahmen des Kundenbeziehungsmanagements durch Unternehmen immer häufiger imitiert wird. In der Folge können diese Akteure große Reichweiten generieren. Der Umweg über die eigene PR-Abteilung ist nicht länger Voraussetzung, um in der Diskussion der jeweiligen Stakeholder stattzufinden. Die Entwicklung des Web X.0 begünstigte zudem die Individualisierung der Gesellschaft & Mediennutzung. Die journalistischen Filter und Öffentlichkeiten, die im Zeitalter der Massenmedien die tonangebende Instanz waren, werden zudem im Web X.0 immer weiter zurückgedrängt und verlieren an Einfluss. Besonders für Unternehmen ist diese Entwicklung von Vorteil.

Diese Ausarbeitung ist im 2. Semester Kommunikationsmanagement (M.A.) entstanden.
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Highfive mit der Bundesregierung, ProSieben & Co. Warum plötzlich jeder mit mir befreundet sein will

Highfive

Unternehmen etc. mit denen wir sozial-medial verknüpft sind, verhalten sich plötzlich genauso wie unsere Freunde. Doch warum? Welche Strategie steckt dahinter und welche Vorteile ergeben sich für Unternehmen? Was macht diese Art der Kommunikation mit unserer Gesellschaft?

Diese Ausarbeitung ist im 1. Semester Kommunikationsmanagement (M.A.) entstanden.
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Hat Meerkat mit der Cameo-Funktion gerade die Live-Werbung neu erfunden?

Foto: Meerkat
Foto: Meerkat
Die Live-Streaming App Meerkat hat gestern (08.07.2015) ein sehr interessantes Update veröffentlicht, dass eine neue Ära der Live-Werbung einläuten könnte.

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4 Beispiele für Content Marketing auf Smartwatches

Quelle: https://www.iconfinder.com/Squid.ink
Quelle: https://www.iconfinder.com/Squid.ink
Spätestens mit der Veröffentlichung der Apple Watch im April müssen sich Content-Ersteller damit beschäftigen, wie ihre Inhalte ansprechend und nutzerorientiert auf Smartwatches dargestellt werden können. Einige Unternehmen haben schon Lösungsansätze erarbeitet, die 4 besten zeige ich hier:

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Jung, stylish und Medienerfahren. Der Einfluss deutscher Instagramerinnen. [Interview]

Laura
Quelle: @laurawolfschmidt (Instagram)

 
Sie sind jung, gut vernetzt und managen Accounts mit 100.000 Followern. Deutsche Instagramerinnen beherrschen ihr Handwerk ohne Marketingausbildung und sind deshalb vor allem eines: authentisch.
 
Die Demokratisierung der Medienproduktion sorgt dafür, dass „normale“ Jugendliche eine vorher nie geahnte Reichweite erreichen können. Das Social Web ermöglicht den Jugendlichen erstmals in der Mediengeschichte den Informationsaustausch auch über den Freundeskreis hinaus. Dieses Phänomen ist natürlich nicht nur auf Instagram beschränkt, sondern betrifft alle sozialen Netzwerke. Auf YouTube veröffentlichen junge Mädchen beispielsweise täglich Videos, die zeigen welchen Lieblingslippenstift sie gerade benutzen und welche Handcreme gerade besonders „In“ ist. Im Freundeskreis haben sie sich schon immer über die neuesten Mode- und Lifestyle Trends ausgetauscht. Jetzt machen sie es vor einem Millionen Publikum. Dabei geht es jedoch nicht immer nur um Konsum auch Gesellschaftskritik und die täglichen Erlebnisse werden mit der Welt geteilt. „Der Spaß sollte immer im Vordergrund stehen“ sagt @jasmmmiiinnn, die 7000 Follower auf Instagram hat.

Mit der steigenden Anzahl der Follower werden auch immer mehr Unternehmen auf die Jugendlichen aufmerksam, die sich zu wahren Markenbotschaftern entwickeln. Der schmale Grad zwischen Schleichwerbung, zu viel „Kommerz“ und Authentizität ist unter den Instagramerinnen aber ein großes Thema. @laurawolfschmidt sagt dazu „Sich selbst treu zu bleiben und Bilder zu posten, die einem auch selbst gefallen ist wichtig.“ @jasmmmiiinnn meint: „Wichtig ist, dass man immer 100% von den eigenen Sachen überzeugt ist, sonst lügt man und kommt nicht mehr seriös rüber.“ Die erst 14-Jährige @sinellaa__ mit 31.000 Followern hat eine ähnliche Meinung: „Mir geht es nicht darum, möglichst viele Kooperationen zu machen sondern nur um den Spaß“. Durch Intuition und mit Herzblut machen sie großen Werbeagenturen zunehmend Konkurrenz. Die Vermarktung eines Produktes erfolgt immer häufiger durch Privatpersonen mit großen Netzwerken Stichwort: Influencer Marketing. Was die Werbeindustrie seit Jahren versäumt hat ist Relevanz und Authentizität zu schaffen und Werbung nicht nur als reinen Selbstzweck zu betreiben. Heutzutage ist es wichtig der Zielgruppe einen Mehrwert zu generieren und sie praktisch durch im voraus geleisteten Service vom Kauf zu überzeugen (Content Marketing). Die Instagramerinnen profitieren auf jeden Fall von dieser Entwicklung. Bei Brandnew IO bekommen die Jugendlichen laut einem Interview von Co-Founder Francis Trapp auf netzwertig.com zwischen 20 und 1000 Euro pro Foto. Kein schlechtes Taschengeld für die kleinen Medienprofis. 😉

Das komplette Interview mit @laurawolfschmidt, 17 Jahre alt, 92,1k Follower auf Instagram

Seit wann bist du auf Instagram unterwegs?
Angemeldet habe ich mich vor ca. 2 Jahren. Im April/Mai 2013 habe ich dann angefangen, Bilder hochzuladen.

Postest Du einfach nur so oder machst Du dir vorher Gedanken? Erzähl mal, wie läuft dein Kreativprozess ab?
Ich muss sagen, dass das ziemlich unterschiedlich ist. Manchmal habe ich spontan eine Idee, die ich direkt umsetze, oder die Idee entsteht dann erst während des Fotografierens. Manchmal überkommt mich zwischen durch aber auch eine Idee und ich habe eine genaue Vorstellung, wie das Bild aussehen soll, das schreibe ich mir dann auch auf. Meistens klappt das so ganz gut, andere Male bekomme ich es nicht im Entferntesten so hin, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich plane die Posts manchmal aber auch für 1-2 Wochen im Voraus durch, das hängt dann davon ab, wie viel Zeit ich habe.

Welche Themenfelder (z.B. Mode oder Food) funktionieren auf Instagram am besten?
Es gibt schon bestimmte „Themen“, von denen ich eigentlich immer im Voraus weiß, dass sie viel „geliket“ werden, manchmal trifft es aber auch gar nicht zu. In der Regel würde ich aber sagen das Bilder von UGGs (Schuhe), einer schönen Handtasche (Michael Kors, Louis Vuitton), Deko-Ideen (Allgemein Bilder aus dem eigenen Zimmer, z.B. das Bett oder den Schminktisch) oder Pancakes bzw. Jogurt extrem gut ankommen. Dementsprechend viele Mädels posten das dann auch… Oder Bilder von neuen iPhones bekommen eigentlich auch immer überdurchschnittlich viele Likes.

Woher bekommst Du deine Inspiration?
Mit Instagram und Inspiration ist das meistens ein bisschen schwierig. Ich schaue mir ganz gerne Bilder auf „We Heart It“ an oder besuche auch die Accounts meiner Follower z.B. wenn ich einen Shoutout-Contest mache. Ab und an finde ich ein paar wirklich schöne Accounts, aber direkte Bildideen entstehen daraus eigentlich nie.

Deine Bilder haben einen eigenen Stil. Hast Du diesen Stil entwickelt oder ist er mit der Zeit von selbst entstanden?
Teils, teils. Ich habe am Anfang verschiedenes ausprobiert, aber war mit nichts anderem zufrieden. Mit der Zeit habe ich ihn dann weiterentwickelt, aber eigentlich achte ich nicht so sehr darauf einen bestimmten Stil einzuhalten, ich poste was mir gerade gefällt.

Du bist besser vernetzt als ich. Wie siehst du die Instagram Community in Deutschland?
Gemischt. Es gibt unglaublich viele, nette, liebe Nutzerinnen und Nutzer, die mir so süße Kommentare schreiben, ihren Spaß an Instagram haben und sich inspirieren lassen. Aber gerade mit wachsender Followerzahl fällt auf, dass es leider auch Nutzerinnen und Nutzer gibt, die die Plattform nutzen, um sich zu profilieren und versuchen, andere fertig zu machen. Vielleicht weil sie neidisch sind oder weil Ihnen langweilig ist – Ich weiß es nicht. Jedenfalls finde ich das schade, denn Instagram ist für mich der falsche Ort dafür. Aber solange die Nutzer überwiegen, die Spaß an der Sache haben, sehe ich da keine Probleme. 🙂

Hast Du schon Werbekooperationen abgeschlossen? Wie läuft so etwas ab?
Ja, sogar schon öfters. Meistens schreiben mich die Unternehmen an oder ich bekomme die Anfrage durch eine Agentur vermittelt. Dann entscheide ich, ob ich die Kampagne machen möchte oder nicht. Sagt mir das Angebot zu, suche ich mir ein paar Produkte im jeweiligen Shop aus und sie werden mir zugeschickt. Vereinbarungen, wie viele Bilder ich posten muss, wann, etc. werden meistens vorab per Email beschlossen oder sind mir frei gestellt. Wenn ich dann den „Post“ mache, verlinke ich den Instagram-Account des Shops in der Beschreibung, meistens markiere ich ihn aber auch noch auf dem Bild.

Im Moment hast Du etwa 92100 Follower. Woran liegt das deiner Meinung nach?
Ich glaube, wenn man einmal eine gewisse Anzahl an Followern hat, ist das ganze wie ein Domino-Effekt. Durch die neue ‚Explore‘ Seite werden jetzt allen Nutzern Bilder und Accounts angezeigt, denen ihre Freunde folgen bzw. welche Bilder sie liken. Hat man viele Follower, ist man natürlich auch auf vielen ‚Explore‘ Seiten vertreten und wird dementsprechend öfter geklickt. Natürlich kennen mich sicher auch einige durch andere Blogger, zum Beispiel Caro (@itscaroo) oder Jessica (@fehlstmir) etc.

Mit welchen Programmen bearbeitest Du deine Bilder?
Das ist wahrscheinlich die häufigste Frage, die ich gestellt bekomme. 😀 Ich bearbeite meine Bilder im Moment mit der App „Afterlight“. Viel bearbeite ich eigentlich nicht, nur die Helligkeit mache ich oft hoch und probiere ab und zu ein bisschen aus, was gut aussieht.

Bist du in einem Instagram Netzwerk vertreten?/Wie z.B. Mediakraft (YouTube)
Ja, z.B. in Brandnew.IO, aber ich weiß nicht, ob das direkt mit Mediakraft vergleichbar ist.

Was ist wichtig, wenn man auf Instagram erfolgreich sein möchte?
Sich selbst treu zu bleiben und Bilder zu posten, die einem auch selbst gefallen ist wichtig. Ich würde nie Bilder machen und posten, wenn sie mir nicht gefallen würden. Gute Lichtverhältnisse (niemals künstliches Licht) und gute Qualität können natürlich auch nicht schaden. Außerdem sollte man regelmäßig posten, damit die Follower aktiv bleiben, vielleicht ab und an mal wo kommentieren (keinesfalls aber Eigenwerbung unter fremde Bilder).

Wem folgst du am liebsten auf Instagram?
Mh auf jeden Fall @mariannan, @itscaroo, @fehlstmir, @milenalesecret, @valerielacherie und @kristinaaader

Was bedeuten Dir Deine Follower?
Meistens ist mir eigentlich gar nicht bewusst, dass ich so viele habe, aber wenn es mir dann bewusst wird, finde ich es eigentlich nur noch unfassbar, weil ich damit nie gerechnet habe und ich freue mich unglaublich, über den ganzen Support den ich bekomme und die vielen lieben Kommentare, die mich immer motivieren, weiter zu machen. 🙂

Hast Du noch einen Insider Tipp für uns?
Wenn ich wüsste, was ich anders mache, als andere vielleicht. 😀 Ich finde, man sieht jedem Account an, wie viel Liebe und Arbeit darin steckt. Deswegen finde ich, dass man nur versuchen sollte, sich auf Instagram zu etablieren, wenn es einem darum geht, andere Menschen zu inspirieren und am eigenen Leben teilhaben zulassen. Wenn Kooperationen, Geld oder „Fame“ die Motive sind, sollte man sich vielleicht besser ein anderes Hobby suchen. 🙂

Die Video Marketing Trends für 2015

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Video Marketing wird immer wichtiger. Die beiden Plattformen Facebook und YouTube kämpfen um die Vorherrschaft der Zuschauer und der Werbetreibenden aber auch neuere soziale Netzwerke wie Vine, Instagram und Snapchat wollen ein Stück vom großen Kuchen. Wenn es um die monatlichen Views im Desktop-Bereich geht, hat Facebook Youtube gerade überholt. Das bedeutet natürlich nicht, dass YouTube an Relevanz verliert.

Quelle: http://www.digitalstrategyconsulting.com/netimperative/news/2014/10/facebook_overtakes_youtube_for_pc_video_views_but_still_lags_on_mobile.php
Quelle: http://bit.ly/1w3tAHJ

2018 wird laut Cisco der Bereich Mobile Video 69,1% des gesamten mobilen Datenverkehrs ausmachen. Unternehmen sollten sich deshalb schon heute eine Strategie überlegen.

Cisco Datenverkehr

Ausschlaggebend für den Erfolg auf beiden Plattformen ist guter und zielgruppengerechter Content. Nervtötende „Overlay-In-Video-Anzeigen“ sowie „TrueView In-Stream-Anzeigen“ z.B. auf YouTube sind damit nicht gemeint. Nur 15 – 20% der „skippable – Ads“ werden bis zum Ende angeschaut. Kein Wunder TV-Werbung lässt sich eben nicht einfach auf ein neues Medium übertragen. TV Werbung zu adaptieren ist reine Zeit- und Geldverschwendung. Viel effektiver ist das produzieren eigener Inhalte, die den Zuschauern einen Mehrwert bieten und zum Wesen der jeweiligen Plattform passen. Wenn etwas auf YouTube funktioniert, bedeutet dies nicht, dass es auch automatisch auf Vine funktioniert.

Eines der wenigen deutschen Unternehmen, das YouTube verstanden hat ist: Rossmann. Mit Make-Up und Beauty-Tipps richtet sich der YouTube-Kanal vor allem an weibliche Zuschauer. Rossmann versteht es, die eigenen Produkte innerhalb der Videos geschickt zu platzieren. Bis heute konnte Rossmann so fast 10.000 Abonnenten für sich gewinnen. Aber nicht nur Unternehmen verstärken so die Strahlkraft ihrer Marke auch bekannte YouTuber professionalisieren sich und werden so zu einer profitablen Marke. Laut Percolate testet YouTube zudem „Video Interactivity Templates“ damit Zuschauer Produkte nun direkt über YouTube kaufen können. YouTube entwickelt sich damit immer mehr zu einer Social Commerce Plattform.

Besonders lesenswert ist in diesem Zusammenhang die aktuelle Ausgabe der Business Punk: YouTube im Goldrausch: Die Videoplattform erfindet sich neu – als effizienteste Werbemaschine der Welt sowie die aktuelle deutsche Ausgabe des Wired-Magazins: Titelgeschichte: Inside YouTube. Wie Deutschlands Videoblogger die Entertainment-Branche aufmischen.
 

[Infografik] 10 Video Marketing Trends for 2015

Video Marketing Trends

Die Zukunft gehört anderen – Wie Deutschland und Europa den digitalen Trend verschlafen

Technologie
Bildquelle: Unsplash.com

Die Rückständigkeit der deutschen Wirtschaft im Umgang mit digitalen Technologien und Vermarktungslösungen zeigt sich vor allem an einer Statistik. Nur 15% der deutschen Unternehmen nutzen Social Media für die externe Kommunikation. Neue Kommunikationstools werden in Deutschland erst einmal ignoriert und anderen Nationen überlassen. Aber nicht nur die Politik oder Wirtschaft auch die deutsche Bevölkerung hat gravierende Defizite im Bereich Internet- und Computerwissen. Nur rund 38% der deutschen Bevölkerung verfügt über mittlere bis gute Internetkenntnisse. Immerhin 58% der deutschen verfügen über gute bis mittlere Computerkenntnisse. Deutschland liegt in der Entwicklung schon jetzt weit hinter den USA zurück. Ein weiteres Problem ist die Abhängikeit der deutschen Wirtschaft von amerikanischen Internetkonzernen. Nicht nur im Social Media Bereich kommen fast alle für Deutschland relevanten sozialen Netzwerke aus den USA: Facebook, Instagram, WhatsApp, Twitter, LinkedIn, Pinterest, Tumblr, Vine, Google+. YouTube, Snapchat usw. Auch im „normalen“ Internet-Business liegt die USA vorn: Adobe, Apple, Cisco, eBay, Intel, Google, Amazon, Microsoft, Mozilla, Oracle, Yahoo, PayPal etc. die Liste ist endlos. Auf der anderen Seite steht China, das ebenfalls an Bedeutung gewinnt und sich technologisch weiterentwickelt. Zwar beschränken sich z.B. chinesische Social Media Angebote noch auf den chinesischen Markt, jedoch bedeutet dies nicht, dass es auch immer so bleiben muss.
 

Mitmachen oder boykottieren

Deutschland und Europa befinden sich im Zangengriff dieser Nationen und versäumen es eigene Kompetenzen aufzubauen. Mittlerweile befinden wir uns in einer Phase, in der wir nur zwei Möglichkeiten haben: Mitmachen oder boykottieren. Letztere Option wäre natürlich folgenreich. Ein Umdenken in der Politik und der Wirtschaft muss dazu führen die Entwicklung neuer Internettechnologien voranzutreiben. Im Moment befinden wir uns in einer technologischen Abhängikeit, die sich auch mit dem Blick auf die NSA-Affäre gefährlich für die weitere Entwicklung des Kontinents auswirken kann. Die Globalisierung schafft zwar ein gewisses Gleichgewicht der Abhängigkeit, jedoch steht die USA im Vergleich zu Europa im Bereich digitale Technologien deutlich besser da. Während Deutschland und Europa über das Urheberrecht streitet, wird in den USA und China schon an neuen Technologien gearbeitet. Europa hinkt der Entwicklung immer hinterher und hat so keinen Spielraum selbst zu gestalten und internationale Standards zu etablieren. Ein weiteres Problem dieser Abhängikeit ist die Tatsache, dass amerikanische oder chinesische Unternehmen die Rahmenbedingungen jederzeit zu eigenen Gunsten verändern könnten. Wer in Zeiten des 21. Jahrhunderts große Teile des Internets technologisch und intellektuell beherrscht wird ähnlich großen Einfluss auf die Welt haben, wie die OPEC im 20. Jahrhundert. Das Internet ist das Öl des 21. Jahrhunderts.
 

Große Visionen und der Griff zu den Sternen

Bildquelle: http://www.fastcompany.com/3028156/united-states-of-innovation/the-google-x-factor#15
Bildquelle: Fastcompany.com (Google X)

In Zukunft könnte sich der technologische Vorsprung der USA sogar noch vergrößern. Besonders ein Unternehmen greift zurzeit sehr häufig nach den Sternen: Google. Im geheimen Forschungslabor Google X entsteht schon heute die Welt von morgen. Viele der Projekte bei Google X  beschäftigen sich nicht mit neuen sozialen Netzwerken oder Internetdiensten, sondern mit Technologien die erst in 10 bis 20 Jahren Marktreife erreichen könnten. Darunter sind  u.a. Projekte in den Bereichen: Biotechnologie, Robotik, Nanomedizin, Gehirnforschung, Internet der Dinge, Erforschung des Alterns usw. jeder hat zudem schon einmal von Googles selbstfahrendem Auto gehört. Technologien, die ganze Branchen umkrempeln könnten. Europa läuft zurzeit nicht nur politisch, sondern auch technologisch Gefahr den Anschluss an andere Nationen zu verlieren. Nicht nur für unsere Wirtschaft eine große Gefahr. Ein interessanter Leserkommentar, unter einem FAZ-Artikel über Googles Engagement im Bereich Nanomedizin, beleuchtet die Problematik unter einem anderen Aspekt:

Google
Screenshot: FAZ

Das Internet sollte auch in Zukunft ein freier und unabhängiger Ort bleiben. Dieses Ziel ist aus europäischer Sicht nicht ohne eigenen Einfluss zu erreichen. Umso wichtiger sollte es für Europa sein, sich als eine Art Gegengewicht zwischen den USA und China zu positionieren. Ansonsten wird Europa immer ein Spielball zwischen diesen beiden Mächten sein. Eigene Werte und Standards sind auf diese Weise nicht durchzusetzen.